
Wie du Überforderung von Anfang an vermeidest...
Falsch verstandenes Engagement und Über-Anpassung kennzeichnen einen denkbar schlechten Start, der meist schnell in Überforderung mündet. Denn Arbeitgeber scheren sich oft wenig darum, welcher Kraftakt nötig ist, wenn kein geordneter Übergang erfolgt, die Stelle neu geschaffen ist, Struktur fehlt und/oder unklar ist, wer eigentlich für was genau zuständig ist. Deshalb: Runter vom Gaspedal! - Haushalte mit deiner Energie und vermeide so, dass dir schon auf halber Strecke die Puste ausgeht oder dein Übereifer andere nervt. Hier ein paar Tipps:
- Geh die ganze Sache ent-spannt (= unverkrampft) an und signalisiere das auch mit deiner Körpersprache:
- Achte darauf, sympathisch zu wirken (das Gegenüber in seinem Verhalten „spiegeln“, aktives Zuhören, zustimmende Aufmerksamkeit, Verständnis zeigen etc.)
- Vermeide, hektisch zu wirken (schnelle Bewegungen, schnell und viel reden, angespannte Mimik etc.)
- Zügle dein Tempo – sowohl im Re-Agieren als auch im Hinblick auf „überinitiatives“ Verhalten (Überengagement) - Warte erst einmal ab, was von der „anderen Seite“ kommt und denke daran, dass jeder in „seiner Welt“ lebt. Eine Erwartungshaltung anderen gegenüber zu haben, ist deshalb oft eher hinderlich.
- Nimm das Verhalten anderer dir gegenüber nicht persönlich. Soll heißen, lass dich davon nicht „triggern“ (emotional berühren). Und wenn dich etwas triggert, dann nutze das bspw. am Ende des Tages zur Selbstreflexion (Stichwort Psychohygiene). Versuche herauszufinden, woher das kommt. Im Netz findest du einen Antreiber-Test, der hilfreich ist, um tiefsitzende Glaubenssätze zu erkennen und aufzulösen.
- Fördere ein positives Selbstbild, setze dir eigene Prioritäten und löse aufkommende Probleme aktiv:
- Ich bin stolz auf meinen bisherigen Werdegang und das, was ich im Leben erreicht habe. Ich muss niemandem bzw. keinem anderen Menschen etwas beweisen. Ich weiß, wer ich bin!
- Ich werde den Job so „easy“ wie möglich angehen, da von vornherein klar war, dass es für mich Neuland ist in Bezug auf die Branche, manche Kenntnisse o.Ä. Es ist wie es ist!
- Ich lehne mich erst einmal zurück und beobachte: Verteilung von Rollen, „Ansprüchen“, Aufgaben…
- Ich mache mir einen Plan, wie ich für mich die Einarbeitung gut organisieren kann, ohne zu viel Eigeninitiative, sondern mit der Unterstützung, die ich bekomme bzw. die ich aktiv einfordere. (Hilfreich sind hier Informationen zum Thema Onboarding im Netz, die dir eine gewisse Struktur/Orientierung geben, wie es sein könnte/sollte im Idealfall.)
- An mich gestellte Erwartungen gleiche ich von Zeit zu Zeit aktiv ab (z. B. 1x im Monat), indem ich aktiv den Dialog suche in Form eines objektiven Austauschs, um zu erfahren, wo ich stehe und was aus der Sicht des anderen eventuell besser bzw. anders laufen könnte - ohne mich dabei schuldig oder schlecht zu fühlen! – In der Nachanalyse können diese Informationen wiederum dazu dienen, eigene Ansätze/Lösungen zu finden im Sinne eines ausgearbeiteten Vorschlags, mit dem man auch die Arbeitgeberseite wieder in die Verantwortung nimmt! - Arbeite an einer positiven Einstellung dir selbst gegenüber und an einem stärkeren Selbstvertrauen, indem du auf künftige Karrieremöglichkeiten vertraust; z. B.
- Jetzt ist der Job gerade die beste Lösung für mich.
- Die Zukunft hält noch alle Möglichkeiten für mich offen.
- Zur richtigen Zeit werden sich die richtigen Chancen ergeben.
- Wenn ich meine Karriere mehr in Richtung ... bringen will, verbessere ich in der Zwischenzeit meine x-Kenntnisse, z. B. Englisch, um meine Karrierechancen mittel- und langfristig zu steigern.
- Ich interpretiere nicht so viel in das Verhalten/die Kommunikation anderer hinein (was jmd. wie gemeint haben könnte und warum). Wenn ich etwas wissen will, frage ich.
- Ich kontrolliere meine Emotionen und achte darauf, Situationen objektiv unter Berücksichtigung der verschiedenen Interessenslagen & Sichtweisen einzuordnen und erst dann gegebenenfalls Position zu beziehen, um gut vorbereitet zu sein und strategisch klug zu (re-)agieren.
- Ich arbeite an meiner Art und Weise zu kommunizieren, um für mich sicherzustellen, dass ich so gesehen & verstanden werde, wie ICH das möchte! - Und last but not least: Eine Probezeit ist schließlich dazu gedacht, sich gegenseitig zu prüfen, ob oder wie gut es letztlich wirklich passt. Darüber hinaus ist eine Kündigung in/am Ende der Probezeit nicht selten die logische Konsequenz aus zu passiv geführten Vorstellungsgesprächen seitens der Bewerber und demzufolge "bösen Überraschungen" aufgrund der Durchsetzung einseitiger Ansprüche seitens der Arbeitgeber. Deshalb: Riskiere nicht schon in der Probezeit den Burnout, sondern zieh' lieber selbst die Reissleine falls not-wendig und lerne daraus...